Das Lesen des Kaffeesatzes
09.04.2010 | Kategorie: Allgemein, Astro-NewsDas Weissagen aus dem Kaffeesatz geht auf das Ende des 17. Jahrhunderts zurück. Die Wirksamkeit des Lesens aus dem Kaffeesatz, die insbesondere bei Frauen in südeuropäischen und südosteuropäischen, in arabischen und afrikanischen Kulturen ein beliebtes Freizeitvergnügen ist, wurde nie wissenschaftlich nachgewiesen, vor allem deshalb, weil niemand ernsthaft daran glaubt aus dem Kaffeesatz die Zukunft zu ersehen und sich die Wissenschaft auch nie mit dem Thema befasst hat.
Ursprünglich ging es um das Lesen aus Teeblättern, woraus später das Lesen aus dem Kaffesatz hervorging. Vor allem in Asien und im speziellen in Japan wurden Teeblätter häufig zu Rate gezogen. Man hob den Deckel der Teekanne ab und deutete wie sich die Teeblätter im ruhigen Wasser der Kanne an der Oberfläche bewegten oder wie sie sich in der Teetasse am Boden absetzten, wenn die Tasse geleert war.
Diese Methode gab es schon bei den römischen Wahrsagern, die den Bodensatz des Weins deuteten, der sich am Boden eines Bechers gebildet hatte.
Die Kunst der Deutung des Kaffeesatzes beruht auf der Fixierung natürlicher Elemente in einer unvorhersehbaren Ordnung. Den Formen und Gestalten, die hierbei zustande kamen wurde eine symbolische Deutung zugeordnet. Die Formen die der Kaffeesatz zeichnete, waren mit Zeichen verbunden von denen dann die Vorhersagen abgeleitet wurde.
Es gibt die unterschiedlichsten Methoden um aus dem Kaffeesatz, oder auch Kaffeedomantie, zu lesen. Einmal wird der noch nasse Kaffeesatz mit den Fingern umgerührt, bevor dieser austrocknet und danach die Muster gedeutet werden.
Bei einer anderen Methode wird der Sud der leergetrunkenen Tasse dreimal geschwenkt, während man sich etwas wünscht, bis der Sud am Tassenrand verbleibt. Die Tasse wird dann umgekehrt auf die Untertasse gestellt und wenn der Kaffeesud in der Tasse getrocknet ist und nur der Kaffeesatz übrig bleibt, wird aus ihm die Zukunft gedeutet oder die Erfüllung des Wunsches.
Auch gibt es die Variante die Körnchen des Kaffeesatzes zu waschen und zu trocknen. Die getrockneten Körnchen bewegt man solange auf einem flachen Teller bis die gesamte Fläche des weißen Tellers bedeckt ist. Es werden dann die Figuren, die während des Trocknungsprozesse durch den Kaffeesatz gebildet werden, gedeutet.
Diversen Überlieferungen zufolge gilt das Lesen im Kaffeesatz als reiner Aberglaube, allerdings pflegen andere Länder diese Art des Orakels und die Könner dieses Gebietes sind hoch angesehen.

